Feuerwehr

Schwarzenbek

"Aktion Nordwind"

Im November 1970 wurde in Gülzow eine Übung durchgeführt an der 150 Feuerwehrkameraden teilnahmen. Sinn dieser Übung war es den überörtlichen Brandschutz zu gewährleisten, ohne die einzelnen Gemeinden zu vernachlässigen. Im Juni 1971 fand eine weitere Großübung, "Nordwind", statt. Es galt die Einsatzschnelligkeit der Feuerwehr Bereitschaft Lauenburg-Süd zu erproben. Über 100 Feuerwehrmänner und fast 20 Fahrzeuge aus den Städten Geesthacht, Lauenburg und Schwarzenbek sowie 12 ländlichen Gemeinden setzte der Kreisbrandmeister mit dem Stichwort "Nordwind" in Bewegung. Zum ersten Zug der Einsatzbereitschaft Süd gehörte die Schwarzenbeker Wehr mit einem TLF 16, die Kollower und Brunstorfer Wehr mit je einem LF 8 und die Feuerwehr Havekost mit einem TSF.

Gruppenfoto von 1972

Ausrüstung 1970:(45 Aktive)

  • 2 TLF 16
  • 1 LF 8
  • 1 DL 30
  • 1 GW 1
  • 5 Atemschutzgeräte
  • 3 Funkgeräte
  • Bereits im Juni 1969 hatte der Ausschuß des Katastrophenschutzes in seiner Sitzung ein Funkbeschaffungsprogramm für den Kreisfeuerwehrverband beschlossen. Die Wehren des KFV sollten in einem fünf Jahresplan mit Funkgeräten ausgerüstet werden. Die ersten 16 Funkgeräte wurden 1970 eingebaut und es wurde mit der Ausbildung der Kameraden begonnen. Bis 1972 wurden für Schwarzenbek fünf Funkgeräte beschafft.

    Erstes festeingebautes Funkgerät

    1971: Es ist ein Abend wie jeder andere. In Schwarzenbek sitzt man vor den Fernsehgeräten oder rüstet sich für die Nacht. Plötzlich schreckt um 21:32 Uhr Sirenengeheul die Schwarzenbeker Bürger aus ihrer Nachtruhe. Wo mag es nun wohl wieder brennen? Die Männer im Blauen Rock besinnen sich nicht lange. Sie sind sofort zur Stelle - 6 Minuten später schon am Brandherd. Die strohgedeckte Scheune des Gutes Lanken steht bereits in vollen Flammen. Noch glaubt man, das Feuer durch Außenangriff bekämpfen zu können - gleichzeitig werden jedoch die Wehren aus Geesthacht und Elmenhorst über Funk zur Hilfe gerufen. Zur selben Zeit kommt Unterstützung aus Brunstorf, Kollow, Fuhlenhagen, Kankelau, Grabau und Grove. Sehr bald ist zu erkennen, dass die Scheune nicht zu halten ist. Wegen des starken Funkenfluges wird sofort das schützen der umliegenden Ställe und Scheunen eingeleitet. Die Strohdachscheune und ein nebenan gelegenes kleineres Gebäude brennen völlig nieder.

    Feuer auf Gut Lanken

    Da die erste Drehleiter der Feuerwehr Schwarzenbek 1971 nicht mehr einsatzfähig war, entschloß sich die Stadt, für einen Betrag von DM 12.000, von der Feuerwehr Berlin-Charlottenburg-Nord eine Feuerwehrdrehleiter vom Typ DL 30, Baujahr 1960 zu erwerben. Für die Instandsetzung wurden weitere DM 30.000 erforderlich. Die Stadtvertretung entschloß sich einstimmig zu diesem Kauf, weil die eigene städtische Drehleiter bei einem Alter von 36 Jahren Reparaturkosten in Höhe von DM 70.000 erfordert hätte.

    Fahrzeugpark um 1972

    Nach Jahren des Wartens, endlich das Gerätehaus!

    Die wachsenden Aufgaben erforderten jedoch in den Jahren 1972 und 1973 den Bau eines neuen Feuerwehrgerätehauses an der Lauenburger Straße, dass am 15. Dezember 1973 seiner Bestimmung übergeben wurde.

    Oft mussten die Feuerwehrmänner vertröstet werden, aber jetzt ist es geschafft! Immer wieder sei es Wehrführer und Erster Stadtrat Karl-Ernst Nehlsen gewesen, der sich intensiv für die Finanzierung und für den Neubau einsetzte.

    Die Baukosten, für das Haus mit 6 Stellplätzen und Sozialtrakt ( heute alte Halle, Lager, Werkstatt und Erdgeschoss) betrugen ca. 750.000 DM.

    Bürgermeister Koch meinte zum Neubau: Es ist finanziell nicht immer leicht, einen derartigen Bau zu errichten, doch für die Feuerwehr muss das Beste gerade gut genug sein.

    Gerätehaus an der Lauenburger Straße mit TLF 15

    Alter Funkraum (heute Treppenhaus)

    Mannschaft, die 1975 zur Brandbekämpfung in Niedersachsen war.

    Neben den Einsätzen bei der Brandbekämpfung wurde auch die technische Hilfeleistung immer wichtiger, so z.B. in der Sturmnacht vom 03.01.1976, in der 45 Mann zu 23 Einsätzen ausrücken mussten.

    Eine Jugendfeuerwehr in Schwarzenbek

    Zum 93. Stiftungsfest der Freiwilligen Feuerwehr wurde die Jugendwehr (JF) am 30. Januar 1976 gegründet. Der damalige Wehrführer Karl-Ernst Nehlsen versprach sich durch die JF einen gut ausgebildeten Nachwuchs für die Freiwillige Feuerwehr, "vom schönsten Geschenk, dass sich die Feuerwehr zu einem Stiftungsfest machen konnte".

    Als Jugendwart wurde Oberlöschmeister Günter Nabrotzky gewählt, der sein Amt bis zum Jahr 1980 ausübte. Die Hoffungen sind über die Jahre erfüllt worden. Zahlreiche junge Männer sind von der JF in die aktive Wehr "hineingewachsen" - wie der jetzige Wehrführer Martin Schröder, Gründungsmitglied der JF 1976.

    "Ein Meer aus Funken, Feuer und Rauch" - Großfeuer an der Bismarckstraße

    Einer der größten Brände der Europastadt geschah in der Nacht zu Montag, dem 28. Juni 1976. Auf dem alten Gelände der Firma Pils-Chemie an der Bismarckstraße, einem alten Bauernhof, stand ein großes Scheunengebäude lichterloh in Flammen.

    Darin und davor lagerten Hunderte von Tonnen und Fässern mit chemischen Inhalten, die in die Luft zu fliegen drohten. Die Hitzeentwicklung der gewaltigen, etwa fünfzehn Meter hohen und dreißig Meter breiten Feuerwand war so gewaltig, dass man in fünfzig Meter Entfernung ohne Schutzkleidung nicht mehr stehen konnte. Die gesamte Schwarzenbeker Feuerwehr sowie die Wehren der umliegenden Orte wurden alarmiert. Unter Einsatz ihres Lebens drangen die Feuerwehrmänner so nahe wie möglich an den Brandherd heran, um das Feuer einzudämmen und die Explosionen der Fässer sowie das Übergreifen auf umliegende Häuser zu verhindern. Wehrfährer Karl-Ernst Nehlsen schrie immer wieder Kommandos durch das Inferno, um seine Kameraden aus dem schlimmsten Gefahrenbereich zurückzuholen. Das Übergreifen auf die Fässer war nicht zu verhindern. Es kam zu gewaltigen Explosionen, am schlimmsten, als zwei mehrere hundert Liter fassende Eisenfässer mit Alkohol in die Luft flogen. Die glühenden Massen schossen senkrecht in den Nachthimmel, wo sich in etwa dreißig Meter Höhe gewaltige Feuerbälle bildeten. In panischer Angst flüchteten Hunderte von Neugierigen vom Brandherd zurück. Der ganze Himmel war ein Meer aus Funken, Feuer und Rauch.

    Brand beim Sporthallenneubau Nord-Ost im August 1976

    Ein neues LF 16 für die FF Schwarzenbek

    1977 wurde von der Stadtverordnetenversammlung im Haushaltsplan 1978 die Beschaffung eines neuen Löschfahrzeuges beschlossen.

    Ausrüstung 1977: (65 Aktive)

  • 2 TLF 16
  • 1 LF 8
  • 1 DL 30
  • 1 GW 1
  • 1 ELW
  • 9 Atemschutzgeräte
  • 8 Funkgeräte
  • Die Achtziger

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