
Einsatzkräfte
von Polizei, Feuerwehr und Suchhundestaffeln haben am Donnerstagabend
im Wald zwischen Havekost und Schwarzenbek einen Hamburger gerettet.
Der Mann wurde vermisst, offensichtlich wollte er sich aufgrund
psychischer Probleme das Leben nehmen. Ein bayrischer Suchhund
der Polizei, der
auf die Fährtensuche spezialisiert ist, hatte die Suchmannschaften
in das
Gebiet geführt, wo der Vermisste schließlich entdeckt
wurde. Der Notarzt konnte ihn retten.
Gegen
15 Uhr wurden zunächst die FF Schwarzenbek und die Suchhundestaffeln
des ASB und des DRK alarmiert. Recherchen des Landpolizisten
Daniel Stephan hatten ergeben, dass der Hamburger mit Suizidabsichten
in dem Gelände, das an den
Sachsenwald nahe der B 404 grenzt, abgängig sein muss.
Zur Unterstützung der Suchtrupps wurden auch die Wehren
aus Havekost, Grove und Möhnsen alarmiert. Ein
RTW des DRK von der Lankener Rettungswache stand vorsorglich
in Bereitschaft.

Zufällig
erfuhren auch die bayrischen Hundeführer von dem Einsatz.
In Bayern läuft das Pilotprojekt "Man Traling"
(frei übersetzt: Menschenfährtensuche) seit einem
dreiviertel Jahr sehr erfolgreich. Die Hundeführer waren
am Donnerstag erstmals außerhalb des Freistaates im Einsatz,
um die schleswig-holsteinische Polizei bei der Suche nach einem
vermissten Jugendlichen auf Fehmarn zu unterstützen. Die
beiden bayrischen Hunde, deren Ausbidung rund eineinhalb Jahre
dauert, nahmen die Fährten des 16-Jährigen auf
und verfolgten sie über eine Strecke von 4,5 Kilometern
bis auf die Fehmarnsundbrücke. Dort verliert sich plötzlich
die Spur. Die Ermittler aus Ostholstein sind sich zurzeit noch
unklar, ob der Junge von der Brücke in die Ostsee gesprungen
ist oder vielleicht in einem Auto mitgenommen wurde.
Nachdem
das Team aus Bayern den Einsatz beendet hatten, machten sich
sich mit dem Leiter der Landesdiensthundeschule der Polizei,
Jürgen Cordts, auf den Weg nach Schwarzenbek. Die Polizisten
gaben dem Spürhund eine Geruchsprobe aus dem BMW des Vermissten
und setzten das Tier auf die Fährte an. Sofort nahm der
Hund die Witterung auf und lief der Fährte nach. "Normale"
Suchhunde überprüfen ein Gebiet, ob sich darin ein
am Boden liegender hilfloser Mensch befindet und schlagen dann
an. Entsprechend sind sie trainiert. Die "Man Trailing"-Hunde
nutzen es aus, dass der Mensch pro Minute etwa 40000 Hautpartikel
verliert. Die wittern die Vierbeiner. So auch in diesem Fall:
Die Spezialhunde kreisten ein Gebiet im Wald ein, in dem der
Vermisste offenbar
herumirrte. Suchtrupps fanden den Hamburger schließlich,
er konnte gerettet werden.
