Feuerwehr

Schwarzenbek

Rückschau Thorsten Bettin

Sonntag, 19.01.2020 07:29 von Jan Piossek

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„Ich höre mit einem lachenden und einem weinenden Auge auf“, beschreibt Thorsten Bettin seine Gefühlslage. Am 31. Januar wählen Schwarzenbeks Feuerwehrleute einen Nachfolger für den Chefposten. Bettin tritt nach sechs Jahren als Wehrführer nicht wieder an. „Meinem Nachfolger werde ich eine gut aufgestellte Mannschaft mit vernünftiger technischer Ausstattung übergeben können, allerdings müssen in Sachen Feuerwehrgerätehaus endlich Nägel mit Köpfen gemacht werden“, fasst Bettin die Situation zusammen.

 

Hintergrund: Zunächst soll jetzt ein Provisorium vor dem Hallentrakt an der Lauenburger Straße errichtet werden, um dort Fahrzeuge und Geräte unterstellen zu können. Denn die Wache platzt aus allen Nähten. „Bis Mitte 2019 waren wir in Sachen Planung eigentlich weit vorn, aber dann ist das zusammengebrochen“, berichtet er. Noch immer konnte sich die Stadt mit dem Eigentümer der Müssener Wesen nicht auf den Ankauf einer Teilfläche für den längst beschlossenen Neubau einigen. Bettin: „Vielleicht muss man einfach unter die Fläche einen Haken machen und sich anders orientieren.“ Konkret denkt die Feuerwehr an die Fläche zwischen Lidl und Gymnasium. „Der Standort wäre ideal, außerdem ist es eine Fläche der Stadt, da könne der Kaufpreis gespart werden“, erklärt der Feuerwehrchef.

 

Doch um dieses Thema wird sich der künftige Wehrführer kümmern müssen. Ebenso wie um schnellere Abläufe in der Zusammenarbeit mit der Verwaltung. „Ich habe jetzt den fünften Fachbereichsleiter in meiner Amtszeit kennengelernt“, sagt Bettin. Förderlich sei das für einen schnellen Ablauf nicht. Bettin: „Die Zusammenarbeit mit der Verwaltung und der Politik würde ich insgesamt als gut bezeichnen. Man versucht schon, uns auf Stand zu halten. Mit der wachsenden Stadt müssen wir schließlich Schritt halten“, sagt Bettin.

 

Stolz ist der Wehrführer vor allem auf die Gründung der Kinderabteilung, die „Löschwölfe sind seit 2018 aktiv. Aber auch die weltweit größte Ausbildungsveranstaltung, die „Rescue Days“ mit 800 Teilnehmern, konnte Bettin 2017 in die Stadt holen. Außerdem wurde die Feuerwehr Schwarzenbek vergangenes Jahr Deutscher Meister in der Unfallrettung. „Wir haben uns ordentlich ins Zeug gelegt, um für die Sicherheit der Menschen in der Stadt im Ernstfall mit besten Kenntnissen an den Start gehen zu können“, so Bettin.

 

Durchschnittlich etwa 230 Mal pro Jahr sind die ausschließlich ehrenamtlich organisierten Retter bei Einsätzen gefordert. Gut 100 Frauen und Männer sind rund um die Uhr einsatzbereit. „Die Zeit, die ich als Wehrführer für die Feuerwehr aufbringen, entfällt zu einem Drittel auf Einsätze und zu zwei Dritteln auf administrative Dinge“, schätzt Bettin. Er hofft deshalb, dass die bereits festgelegte zweite hauptamtliche Stelle eines Gerätewarts zeitnah mit einem feuerwehrtechnischen Sachbearbeiter besetzt wird. Das nötige Geld ist eigentlich vorgesehen, doch die Politik hat die Stelle mit einer Besetzungssperre versehen. Mit Prüfvorschriften für die Ausrüstung, Dokumentationen, Brandverhütungsschauen oder Versicherungsvorgaben sei genug zu tun.

 

Nach seinem Rückzug vom Chefposten will Bettin sich weiter für die Feuerwehr engagieren. „Ich bin 1979 in die Jugendfeuerwehr eingetreten, da hört man ja nicht einfach auf“, erklärt der 53-Jährige. Er freut sich darauf, wieder selbst bei Einsätzen mit anpacken zu können, statt die Koordinierung übernehmen zu müssen.

 

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