Feuerwehr

Schwarzenbek

Feuerwehr und die wachsende Stadt

Freitag, 13.01.2017 18:52 von Jan Piossek

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Damit die ehrenamtlichen Retter bei Bränden und Unfällen adäquate Hilfe leisten können, muss die Stadt ihre Feuerwehr entsprechend eines Feuerwehrbedarfsplans ausgestatten. Jahrelang liefen die Planungen zur Beschaffung eines modernen Löschgruppenfahrzeugs (LF) als Ersatz für ein 21 Jahre altes Tanklöschfahrzeug (TLF). Ein LF hat einen höheren Einsatzwert und mit 130 Punkten in der Bewertung des Feuerwehrbedarfsplans doppelt so viele Punkte wie ein TLF. „Das Löschfahrzeug wurde jetzt gerade ausgeschrieben, wir gehen davon aus, es 2018 in Dienst stellen zu können“, erklärt Feuerwehrchef Thorsten Bettin.

Allerdings hat die Entwicklung in Schwarzenbek dazu geführt, dass das Gefährdungspotential, auf das sich die Feuerwehr einstellen muss, von der bisherigen Stufe 4 auf die höchste Stufe 5 gestiegen ist. Bettin: „Deshalb werden wir uns Gedanken über unser zukünftiges Fahrzeugkonzept machen müssen und der Stadt dann den künftig erforderlichen Bedarf mitteilen.“ Möglich wäre es, ein weiteres TLF durch ein LF zu ersetzen. „Nur so könnten wir die Punkteanforderung, die der Feuerwehrbedarfsplan in Stufe 5 fordert, erfüllen“, macht Bettin deutlich.

Allein neue Technik wird die örtliche Feuerwehr aber nicht für die künftigen Aufgaben rüsten. „Wir platzen räumlich aus allen Nähten. Aktuell hat die Jugendfeuerwehr ihre Spinde in der Fahrzeughalle und wir haben schon drei Fahrzeuge auf nicht dafür vorgesehenen Plätzen in der Werkstatt und in der Waschhalle untergestellt“, erklärt Bettin. Seine Idee: An den zur Lauenburger Straße führenden Garagentrakt könnten zwei weitere Stellplätze für Großfahrzeuge angebaut werden. Rückwärtig auf dem Grundstück könnte ein weiteres Gebäude mit fünf Stellplätzen inklusive Werkstätten für mittlere Fahrzeuggrößen entstehen. Integriert werden müssten Räume für den Gerätewart, die Jugendfeuerwehr und eine angedachte Kinderabteilung entstehen.

„Eine Kostenschätzung gibt es noch nicht, da stehen die Überlegungen noch ganz am Anfang. Es ist aber gut, dass die Stadt bei der Aufstellung des neuen Bebauungsplans für den Acker an der Lauenburger Straße neben unserer Wache eine Fläche für die Feuerwehr berücksichtigen will“, sagt Bettin.

Die Einwohnerzahl, die ansässigen Betriebe und ihre Mitarbeiterzahl, die vorhandene Infrastruktur und die Bebauung in der Stadt geben vor, für welche Risikoklasse sich die Feuerwehr wappnen muss. „Dazu müssen wir auch ausreichend Einsatzkräfte aufbieten können“, sagt Bettin. Da das vor allem tagsüber ein Problem ist, hofft er, die Frauenquote erhöhen und mehr Feuerwehrleute aus anderen Wehren, die tagsüber in Schwarzenbek arbeiten, für eine Zweitmitgliedschaft und den Einsatzdienst in der Stadt gewinnen zu können. „Das erfordert dann aber Platz für eine Damenumkleide mit Sanitärtrakt und zusätzliche Spinde, in denen die Schutzkleidung hängt“, so Bettin.

Auf die Stadt kommen also, um den Feuerwehrbedarfsplan erfüllen zu können, große Investitionen zu. „Bei einer wachsenden Stadt muss immer auch die Feuerwehr Schritt halten und mit wachsen. In der Vergangenheit hat das immer gut geklappt“, sagt der Feuerwehrchef, der auf Unterstützung durch die Verwaltung und Politik hofft.

Grundsätzlich plagen Schwarzenbeks keine Nachwuchssorgen. Aus der Jugendfeuerwehr, die bundesweit zur Spitze gehört, kommen regelmäßig neue Einsatzkräfte in den aktiven Dienst. Nur tagsüber, wenn viele Schwarzenbeker zur Arbeit auspendeln, wird es knapp, ausreichend Einsatzkräfte in den laut Feuerwehrbedarfsplan geforderten Funktionen aufbieten zu können.

 

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