Feuerwehr

Schwarzenbek

Frauen in der Feuerwehr

Dienstag, 31.01.2017 21:00 von Jan Piossek

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Kreisweit sind sie längst nicht mehr allein – doch in Schwarzenbeks Feuerwehr sind sie (noch) ein Novum: Laura Drews (18) und Kimberly Riese (11) machen in der Einsatzabteilung beziehungsweise der Jugendfeuerwehr mit. „Beide sind mit großer Begeisterung dabei“, erklärt Feuerwehrchef Thorsten Bettin. „Kimberly wurde gerade zur Schriftführerin gewählt, sie hat damit ein Vorstandsamt“, berichtet Jugendwart Jörg Landwehrjohann. „Sie ist in das sonst nur aus Jungs bestehende Team voll integriert“, sagt er.

„Eine unserer größten Aufgaben für die Zukunft wird es sein, mehr Frauen für das Ehrenamt in der Feuerwehr zu begeistern“, ist Bettin überzeugt. Doch noch scheint es Hemmschwellen zu geben, die es zu überwinden gilt. Kreisweit sind zurzeit 364 Frauen in den Einsatzabteilungen aktiv, die Jugendwehren haben 172 und die Kinderabteilungen 30 Mädchen. Zum Vergleich: Der Anteil der Männer im Einsatzdienst ist zehn Mal so hoch wie der der Frauen. „Das ist natürlich durch die Geschichte begründet. Heute stehen Frauen aber genauso ihren Mann im Dienst“, weiß Bettin, der fast 100 Aktive hinter sich hat.

Lara Drews arbeitet im Rettungsdienst und kam über ihre Eltern, die als fördernde Mitglieder oft Kontakt zur Feuerwehr haben, zu den Brandschützern. „Am besten gefallen mir bisher die Übungen zur technischen Hilfeleistung“, berichtet die 18-Jährige aus ihren Erfahrungen in den ersten Monaten bei der Feuerwehr. „Meine Freundinnen finden gut, dass ich bei der Feuerwehr bin, sagen aber auch, dass das für sie nichts wäre“, sagt sie. „Ich fand Feuerwehr schon immer spannend“, erklärt die 18-Jährige, zu deren „normalen“ Hobbys  Volleyball und Fitness zählen.

„Kimberly hat quasi das Feuerwehr-Gen im Blut“, weiß Landwehrjohann. Hintergrund: Der Vater der Elfjährigen ist in Hamburg Berufsfeuerwehrmann. „Ich möchte Feuerwehrfrau werden, aber nicht zur Berufsfeuerwehr“, sagt Kimberly. Am besten haben ihr im ersten Jahr bei der Jugendfeuerwehr die Zusammenarbeit im Team und das Zeltlager gefallen. Als sie mit ihrer Schwester beim Tag der offenen Tür war, war sie begeistert. „Ich hatte gleich Lust, mir das mal direkt selbst anzugucken“, sagt Kimberly. Und so kam sie zur Jugendfeuerwehr. „Ein schöner Nebeneffekt ist, dass wir über Kimberly auch ihren Vater für eine Mitgliedschaft bei uns begeistern konnten“, freut sich Bettin.

Um tatsächlich mehr Mädchen und Frauen aufnehmen zu können, müsste in der Feuerwache baulich etwas passieren. Noch ist von den Umkleiden und Sanitärbereichen her alles nur auf Männer ausgelegt. „Aber da werden wir ran müssen, um auch in Zukunft in gewohnter Form für die Menschen in der Stadt Schutz bieten zu können“, sagt Bettin.

 

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